Hamminkelner Sportstätten sanieren – das ist richtig.
- Alfred Besbü ©

- 28. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Jan.
Ich sag’s gleich vorweg: Ja, unsere Sportstätten müssen saniert werden. Und zwar manche dringend.
Wer sich mal ehrlich in manchen Hallen oder Umkleiden umgeschaut hat, weiß: Das hat mit Luxus rein gar nichts zu tun. Dächer, Technik, Energieverbrauch – da ist an einigen Stellen viel zu tun.

Das Gute zuerst: Hamminkeln steht nicht allein da
Hamminkeln muss diese Sanierungen nicht komplett aus eigener Tasche bezahlen.
Es gibt Fördermittel von Bund und Land, die genau dafür gedacht sind:
Erhalt kommunaler Sportstätten
Stärkung von Vereinen und Ehrenamt
Entlastung der kommunalen Haushalte
Heißt übersetzt:👉 Jeder Euro Förderung ist ein Euro weniger für Hamminkeln
Das ist sinnvoll und das sollte man auch nutzen.
Was konkret saniert werden soll – mit Kostenrahmen
Hoogenbuschhalle Mehrhoog
Hier geht es um echte Substanz:
Sanierung der Halle
Erweiterung und Modernisierung der Umkleiden
bessere Nutzbarkeit für Vereine
Kosten: 1.625.000 € kalkuliert Ein Teil davon soll über Fördermittel laufen (731.250 € Förderung).
Sportanlage SV Brünen
Hier ist etwas anderes geplant:
Neubau eines Kunstrasenplatzes
Kosten: ca. 860.000 €. Auch hier mit Förderanteil – aber eben nicht komplett. (davon 387.766 € Förderung und 200.000 Euro Eigenmittel des Vereins)
Sportanlage Ringenberg (z.Z. nicht priorisiert)
ebenfalls Kunstrasenprojekt
Kosten im hohen sechsstelligen Bereich
Und spätestens hier stelle ich mir – und euch – eine einfache Frage: Kunstrasen und Klimanotstand- wie passt das zusammen?
Scheinbar wollen es viele – aber ist Kunstrasen wirklich die beste Lösung?
Ich verstehe das Argument: „Kunstrasen ist immer bespielbar, weniger Arbeit, weniger Sperrungen.“
Stimmt. Aber das ist eben nur die halbe Geschichte. Förderung ist gut – aber sie hebt Physik nicht auf
Kunstrasen & Klimanotstand, wie passt das ?
Kunstrasen:
Lebensdauer: 12–15 Jahre
danach: Rückbau, Entsorgung, Neubau
Kosten, die irgendwann bei der Stadt hängen bleiben
Studien und Praxismessungen zeigen, dass Kunstrasenflächen
bis zu 38 °C heißer sein kann als Naturrasen
in der Sonne leicht 50 oder sogar bis über 60 °C erreichen
großflächig das Mikroklima im Umfeld um etwa 4 °C zusätzlich aufheizen kann
die Wärmeentwicklung ist vergleichbar mit Beton oder Steinflächen sein kann
Naturrasen:
Natürliche Kühlung: Naturrasen kühlt durch Verdunstung. Die Oberflächentemperatur liegt meist nur leicht über der Umgebungstemperatur
Bessere Klimabilanz: Naturrasen bindet CO₂, besteht aus lebendigem Boden und verursacht kein Mikroplastik oder Kunststoffabrieb.
Wasserrückhalt & Starkregen-Puffer: Regenwasser kann versickern. Das entlastet und reduziert Probleme bei Starkregenereignissen.
Geringere Langzeitkosten: Bei guter Pflege ist Naturrasen über Jahrzehnte nutzbar – kein kompletter Austausch nach 12–15 Jahren wie bei Kunstrasen.
Keine Entsorgungsprobleme: Naturrasen muss nicht als Sonderabfall entsorgt werden und verursacht keine teuren Rückbaukosten.
Positiver Effekt auf das Umfeld: Kühlere Umgebung, bessere Luftqualität und echte Grünfläche statt Kunststoffoptik.
Ehrliche Nachhaltigkeit: Naturrasen ist eine funktionierende, bewährte Lösung – ökologisch und wirtschaftlich.
Jetzt mal ehrlich: Bei Klimanotstand, den Hamminkeln 2019 ausgerufen hat, ist das Thema mindestens erklärungsbedürftig.
Was ich mir wünschen würde
Ich wünsche mir keine Blockade, kein „Dagegen um jeden Preis“. Ich wünsche mir ehrliche Abwägung zwischen Kosten und Nutzen, aber nicht auf Kosten von Umwelt und späteren Haushalten, denn manchmal ist ein gut gemachter Naturrasen mit moderner Pflege die vernünftigere Lösung. Weniger spektakulär, vielleicht aufwändiger in der Pflege, nicht immer bespielbar – aber ehrlicher. 💰 Kostenvergleich: Kunstrasen vs. Naturrasen (über ~15 Jahre)
Kostenpunkt | Kunstrasen (Standardplatz) | Naturrasen (Standardplatz) |
1. Erstinvestition | 450.000 € – 800.000 € | 150.000 € – 300.000 € |
2. Förderung (angenommen ~50 %) | –225.000 € – –400.000 € | –75.000 € – –150.000 € |
➤ Netto Anschaffung | 225.000 € – 400.000 € | 75.000 € – 150.000 € |
3. Laufende Pflege (jährlich) | 5.000 € – 15.000 € | 10.000 € – 25.000 € |
4. Sanierung/Erneuerung nach ~15 Jahren | 180.000 € – 350.000 € | Gering (Nachsaat/Teilpflege) |
5. Entsorgung Altbelag | 13.000 € – 23.000 € | – |
Gesamtkosten über 15 Jahre | ~423.000 € – 788.000 €* | ~225.000 € – 475.000 €* |
* Hinweis zur Gesamtsumme: Die Werte sind als realistische Bandbreite zu verstehen. Je nach Standort, Unterbau, Pflegekonzept, Bewässerung etc. können sie nach oben oder unten variieren. Förderanteile wurden als pauschal 50 % angenommen – in der Realität können sie höher oder niedriger liegen.
Was würdest Du favorisieren?
Kunstrasen
Naturrasen
Ich weiß es nicht










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