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💸 Hamminkeln – der Haushalt erklärt für Normalbürger

Wohin unser Geld fließt, warum es nicht reicht und was das für uns bedeutet

Haushalt Hamminkeln 2026

Vorbemerkung

Dieser Beitrag basiert auf dem offiziellen Haushaltsplan 2026 der Stadt Hamminkeln. Er ordnet Einnahmen, Ausgaben und strukturelle Belastungen verständlich ein.


1️⃣ Der Haushalt in drei Zahlen


  • Einnahmen (Erträge): 82,11 Mio. €

  • Ausgaben (Aufwendungen): 90,25 Mio. €

  • Defizit: –8,14 Mio. €


Zusätzlich ist ein sogenannter globaler Minderaufwand von 1,74 Mio. € eingeplant.

Sachlich bedeutet das:

Der Haushaltsplan geht davon aus, dass Einsparungen erzielt werden, ohne diese im Einzelnen zu beziffern.

Das strukturelle Defizit bleibt damit bestehen und wird durch Kreditaufnahme, Rücklagenverzehr und perspektivisch steigende Abgaben abgefedert.


2️⃣ Die größten Ausgaben – absteigend nach Kosten


🥇 Kreis- und Jugendamtsumlage

≈ 27,7 Mio. €

  • Kreisumlage: ca. 16,29 Mio. €

  • Jugendamtsumlage: ca. 11,44 Mio. €

➡️ Das entspricht über 30 % des gesamten Haushalts.

➡️ Es handelt sich um Pflichtaufwendungen, auf die die Stadt nur begrenzten Einfluss hat.


🥈 Personal- und Versorgungsaufwendungen

≈ 19 Mio. €

  • Personalaufwand: ca. 17,2 Mio. €

  • Versorgungsaufwand (Pensionen): ca. 1,75 Mio. €

➡️ Diese Kosten sind strukturell gebunden und steigen langfristig weiter.

➡️ Der Haushaltsplan enthält keine bezifferten strukturellen Einsparmaßnahmen in diesem Bereich.


🥉 Kinderbetreuung und Schulen

Mehrere Millionen Euro jährlich und langfristig


🧒 Kindertagesbetreuung

  • Kosten pro Platz: über 10.000 € jährlich

  • Elternbeiträge und Landeszuschüsse decken nur einen Teil

  • Jeder zusätzliche Platz erzeugt dauerhafte Personal- und Betriebskosten


🏫 Schulen

  • Hohe Investitionen für Neubau und Erweiterung

  • Finanzierung überwiegend über Kredite

  • Langfristige Folgekosten:

    • Energie

    • Reinigung

    • Personal

    • Abschreibungen

    • Zinsen

➡️ Schulgebäude verursachen nicht einmalige, sondern jahrzehntelange Kosten.


🏗️ Hoch- und Tiefbau

Zweistellige Millionenbeträge

  • Hochbau (z. B. Schulen, Schloss Ringenberg): > 13 Mio. €

  • Tiefbau (Straßen): > 6 Mio. €

  • Weitere Ausgaben für Grundstücke, Technik, Ausstattung

➡️ Ein Großteil dieser Maßnahmen ist kreditfinanziert.

➡️ Jeder investierte Euro zieht Zins- und Abschreibungsbelastungen nach sich.


3️⃣ Flüchtlingskosten – vollständig und korrekt eingeordnet

Dieser Abschnitt betrachtet ausschließlich die haushaltsmäßigen Auswirkungen, nicht Personen.


🔹 Laufende Kosten (nach Abzug von Zuschüssen)

Zwei zentrale Produkte im Haushalt 2026:

  • Asylbewerberleistungen– Landeserstattungen sind eingeplant,– dennoch verbleibt ein Defizit von ca. 0,93 Mio. €

  • Unterbringung und soziale Einrichtungen– Betrieb, Betreuung, Verwaltung–

  • Defizit von ca. 1,09 Mio. €

➡️ Laufende Nettobelastung gesamt:≈ 2,02 Mio. € pro Jahr

Diese Zahl ist nach Abzug der eingeplanten Zuschüsse von Land und Bund zu verstehen.


🔹 Investive Kosten: Neubau von Flüchtlingsunterkünften

  • Geplanter Neubau 2026: 3,9 Mio. €

  • Für das Planjahr sind keine Investitionszuschüsse angesetzt.

  • Finanzierung: Kredit


Hinzu kommen langfristig:

  • Abschreibungen

  • Zinsen

  • Betrieb und Instandhaltung

📊 Gesamtbelastung Flüchtlinge 2026

Kostenart

Betrag

Laufende Nettokosten

2,02 Mio. €

Neubau Unterkünfte

3,90 Mio. €

Gesamt 2026

≈ 5,92 Mio. €

➡️ Das entspricht rechnerisch rund 6–7 % des Haushaltsvolumens.


4️⃣ Klimaschutz und Energie – sachlich betrachtet

Produktbereich Klimaschutz

  • Eigener Produktbereich im Haushalt

  • Laufende Ausgaben (Personal, Konzepte, Programme)

  • Größenordnung: niedriger bis mittlerer sechsstelliger Bereich pro Jahr


Energie- und Infrastrukturprojekte

  • Häufig teilweise gefördert

  • Trotzdem verbleiben:

    • Eigenanteile

    • Vorfinanzierung

    • Abschreibungen

    • Zinsen

    • Risiken aus Beteiligungen (z. B. über Stadtwerke)

➡️ Fördermittel reduzieren Investitionskosten, ersetzen aber keine Wirtschaftlichkeits- und Folgekostenbetrachtung.


5️⃣ Prioritäten und Steuerungsfragen

Der Haushaltsplan macht deutlich:

  • Viele Ausgaben sind pflichtig oder strukturell gebunden

  • Spielräume entstehen vor allem bei:

    • Investitionstempo

    • Projektpriorisierung

    • Alternativenprüfung (z. B. Neubau vs. andere Lösungen)

Eine explizite, bezifferte Prioritätenliste mit Einsparwirkungen ist im Plan nicht enthalten.


6️⃣ Was bedeutet das für die Bürger?

Wenn sich die strukturelle Lage nicht ändert, sind folgende Entwicklungen realistisch:

  • steigende Grund- und Verbrauchssteuern

  • höhere Gebühren

  • zunehmende Kreditbelastung

  • weniger finanzieller Spielraum für neue Projekte

Das sind keine Prognosen, sondern typische Folgen dauerhaft defizitärer Haushalte.


🔚 Fazit – nüchtern zusammengefasst

  • Der Haushalt der Stadt Hamminkeln zeigt kein akutes Einnahmenproblem, sondern dauerhafte strukturelle Belastungen.

  • Fördermittel entlasten punktuell, heben aber Folgekosten nicht auf.

  • Große Ausgabenblöcke sind:

    • Umlagen

    • Personal

    • Bildung

    • Investitionen

    • Flüchtlingsunterbringung

  • Ohne klare Prioritätensetzung steigt der Druck auf Steuern, Gebühren und künftige Haushalte.

Oder sachlich formuliert:

Was heute nicht klar entschieden und gesteuert wird, belastet morgen Bürger und Haushalt – inklusive Zinsen.


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