Mehrhoog: Sichere Schulwege? Die Ampel steht da. Nur leider am falschen Ort
- Alfred Besbü ©

- 10. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Mai

Wie kompliziert kann man einfache Dinge in Hamminkeln eigentlich noch machen?
Da geht es um den Schulweg in Mehrhoog. Genauer gesagt um die Fußgängerampel an der Bahnhofstraße.
Die AfD beantragt: Die bestehende Ampel soll näher an den tatsächlichen Schulweg zur Grundschule versetzt werden. Also dahin, wo Kinder wirklich die Straße überqueren.
Klingt erstmal verrückt, oder?
Ampel dahin setzen, wo Kinder tatsächlich laufen.
Ganz gefährliche Idee offenbar.
Denn was passiert im Ausschuss?
Die Verwaltung erklärt erstmal: Das sei ein „Geschäft der laufenden Verwaltung“.
Mit anderen Worten: „Eigentlich wollen wir darüber gar nicht politisch entscheiden.“
Und dann wird’s richtig interessant:
Die Grünen hatten bereits 2022 einen ähnlichen Antrag zur Verbesserung der Situation gestellt.
Passiert ist seitdem?
Im Grunde: nichts.
Die Kinder laufen also weiterhin dort über die Straße, wo sie eben wirklich lang müssen — nur die Ampel steht weiterhin woanders.
Immerhin fragte Ausschussmitglied Tizziani noch völlig zurecht, warum man das Ganze überhaupt weiter aufschieben wolle und weshalb angeblich kein Geld für die Versetzung da sei. Auch der Hinweis auf die Betuwe-Linie wirkte eher wie: „Warten wir erstmal noch ein paar Jahre.“
Da sitzt man als normaler Bürger davor und denkt sich: Moment mal …
Kinder laufen JETZT über die Straße. Nicht erst nach Fertigstellung der Betuwe-Linie und auch nicht nach drei weiteren Ausschüssen und fünf Arbeitskreisen.
Sondern schon seit Jahren passiert hier nichts.
Und dann kam die Abstimmung.
15 Ja-Stimmen dafür, das Thema wieder schön zurück an die Verwaltung zu schieben.
2 Gegenstimmen.
Und Überraschung: Die zwei Gegenstimmen kamen natürlich von der AfD.
Alle anderen fanden offenbar: „Ach, lassen wir das erstmal weiterlaufen.“
Nun muss man fairerweise sagen: Die Bahnhofstraße ist eine Landesstraße. Zuständig ist also am Ende das Land beziehungsweise Straßen NRW.
Aber genau da fragt man sich doch: Warum macht man dort nicht endlich mal richtig Druck?
Wofür sitzen denn Bürgermeister, Verwaltung und Politik zusammen am Tisch, wenn nicht dafür, sich gegenüber Land und Behörden für die eigenen Bürger einzusetzen?
Stattdessen wirkt es seit Jahren eher wie: „Ja schade … können wir halt nichts machen.“
Doch. Kann man.
Nachhaken. Druck machen. Termine einfordern. Lösungen verlangen. Und den Leuten in Düsseldorf solange auf die Nerven gehen, bis endlich etwas passiert.
Denn komischerweise klappt bei anderen Projekten plötzlich vieles ganz schnell — nur bei einem sicheren Schulweg scheint plötzlich alles unfassbar kompliziert zu werden.
Manchmal hat man in Hamminkeln wirklich das Gefühl, eine Ampel zu versetzen sei komplizierter als ein Flughafenbauprojekt.
Dabei geht es hier nicht um ein Milliardenprojekt.
Es geht um eine bereits vorhandene Fußgängerampel, die näher an den tatsächlichen Schulweg soll.
Und genau da wird es irgendwie kurios: Sobald Bürger konkrete Lösungen wollen, wird plötzlich alles zum „Verwaltungsvorgang“, „Zuständigkeitsproblem“ oder „später vielleicht“.
Aber wenn irgendwo ein neues Konzept, eine Studie oder ein Arbeitskreis gegründet werden soll, geht plötzlich alles ganz schnell.
Und nun stellt sich natürlich die nächste Frage:
2022 passierte unter dem alten Bürgermeister schon nichts.
Macht der neue Bürgermeister es jetzt besser?
Oder bleibt die Ampel auch weiterhin dort stehen, wo sie den Kindern im Alltag wenig nutzt?










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